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Wichtige Hinweise zum kirchlichen Leben in Marburg liefert "Kirche in Marburg" (KIM).  Kirche in Marburg ist eine ökumenische Monatszeitung, die von dem Evangelischen Stadtkirchenkreis Marburg in Zusammenarbeit mit den katholischen Pfarrgemeinden Marburg-Stadt und den Gemeinden der Evangelischen Allianz herausgegeben wird. Die Gottesdienstzeiten und kurze Informationen der SELK Marburg/Treisbach/Warzenbach werden in der KIM abgedruckt. In der Redaktion ist die SELK Marburg/Treisbach/Warzenbach durch Herrn H. Raatz vertreten.

Die KIM liegt in den Kirchengemeinden und in verschiedenen Geschäften der Stadt aus und kann kostenfrei mitgenommen werden.

 


Hier finden Sie einen aktuellen Textbeitrag von Pfr. Manfred Holst, der in der Oberhessischen Presse am Samstag, den 31.03.2012 veröffentlicht wurde.  Titel: Stille Woche !?

 


 

Hier finden Sie einen aktuellen Beitrag von Pfr. Manfred Holst für die KIM (Kirche in Marburg) in der Mai-Ausgabe 2012 unter dem Titel: Alles gut !?  


Quelle:

Oberhessische Presse   Samstag/Sonntag 10./11.April 2010    Wochenende

Gedanken zum Sonntag

 

  

Was nach der Konfirmation noch bleibt….

In vielen Kirchengemeinden werden morgen, dem „weißen Sonntag“ und in den nächsten Wochen die Konfirmationen gefeiert. Dieses Fest hat es in sich. Es muss viel geplant und organisiert werden. Eltern, Konfirmanden, Pfarrerinnen und Pfarrer wissen wie es ist  – selbst bei guter Organisation steigt langsam der „Stresspegel“. Das Essen ist bestellt, der Gottesdienst vorbereitet, die Gäste sind im Kommen. Hoffentlich macht das Wetter mit!

Die Konfirmation ist ein Fest auf der Grenze. Konfirmanden erleben wie es ist, nicht mehr Kind zu sein und doch noch nicht zur Erwachsenenwelt zu gehören. Aber was kann man denn noch von der Konfirmation sagen? Sie ist kein Sakrament in den evangelischen Kirchen. Sie ist eine kirchliche Handlung und Ordnung. Sie nimmt ernst, dass es kein Christsein gibt, ohne ein fundiertes Wissen über die eigene Religion – deshalb der Unterricht und auch das „Lernen“. Sie nimmt ernst, dass Christsein letztlich immer selbstverantwortlich gelebt werden muss. Ich kann nicht für einen anderen glauben. Konfirmation ist ein öffentliches Bekenntnis zum eigenen christlichen Glauben: „Ja – ich stehe dazu, dass ich getauft bin und zur christlichen Kirche gehöre.“ So etwas kann nur jeder für sich sagen – früher oder später!

Aber dann gibt es noch die andere Seite – die Seite, die Gott und seine Nähe ernst nimmt.  Die Konfirmanden werden „eingesegnet“. „Einsegnen“ meint: Gott verspricht den jungen Menschen: Weil du zu mir gehörst, will ich dich segnen, bei dir sein und dir beistehen. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Ich habe dir dein Leben geschenkt bevor du mir etwas geben oder etwas leisten konntest.

Und die Eltern und die Gemeinde bitten Gott für ihre Jugendlichen – für Bewahrung – für ein gutes, gesegnetes Leben – für ihr Vertrauen in die Menschen und in Gott.

Aber es gibt dabei ein Problem –die Konfirmation und der Unterricht sind so schnell wieder im Alltag vergessen. Zu schnell ist alles vorbei. Deshalb bewegt mich die Frage, wie es für die Konfirmanden weitergeht. Was wird kommen? Was wird bleiben von der „Konfer“?

Vor kurzem kam ich mit einem etwa 30-jährigen Mann auf das Thema. Er sagte: Vieles habe ich vergessen. Auch an den Konfirmationsgottesdienst erinnere ich mich kaum. Für mich war das Wichtigste, dass wir nicht nur über Themen gesprochen und Freizeiten erlebt haben, sondern dass wir immer wieder im Gottesdienst beteiligt wurden und Aufgaben hatten. Mal ging es um ein Gebet, mal um die Lesungen, mal hatten wir die Aufgabe, die Kirche für die Osternacht herzurichten, mal durften wir einfach die Lieder, die uns gefallen haben, für den Sonntag aussuchen. Manchen der älteren Gemeindeglieder hat das nicht gefallen, aber der Pfarrer hat gesagt: jetzt sind die „Konfis“ dran. Und es ist sonderbar – aber der Gottesdienst ist mir seit dieser Zeit wichtig geworden.

Diese Gedanken gehen mir nach. Für die Jugendlichen beginnt nun eine andere Zeit. Kein Pfarrer spricht sie mehr an und sagt: „Du, ich brauche am Sonntag deine Hilfe – ich habe diese und jene Aufgabe für dich.“ Jetzt beginnt die Zeit, in der mit einem Mal alles anders ist. Die Konfirmandenzeit ist vorbei. 

Aber die Fragen bleiben! Wie begleiten wir Erwachsene, die Gemeinde, wir als Pfarrer und die Eltern die Jugendlichen weiter? Wo finden sie Platz und Raum „in der Kirche“? Hören wir ihre Fragen, ihre Zweifel und Nöte? Und sind wir mit ihnen ehrlich, wenn es um unseren eigenen Glauben und unsere eigenen Fragen gehen?

Vielleicht ist es doch so: Konfirmation ist eine lebenslange Aufgabe, die ihren Grund in der Zusage Gottes hat: Du bist mir wertvoll – ich stehe zu dir – ich vergebe dir und fange neu mit dir an.

 

Manfred Holst ist Pfarrer der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) an der Auferstehungskirche in Marburg, und zwei Gemeinden in Wetter (Warzenbach/ Treisbach)

  

Sie können den Originaltext in der Oberhessischen Presse downloaden !

Link zur Oberhessichen Presse: www.op-marburg.de

 

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