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Das Zitat zur Ökumene...

In notwendigen Dingen: die Einheit

In fraglichen Dingen: die Freiheit

In allem: die Liebe  


Das Wort "Ökumene" bedeutet im eigentlichen Sinn "die bewohnte Erde". Das Wort bezeichnet das weltweite Zusammenwirken fast aller christlichen Kirchen.

 Unter dem Begriff "Ökumene der Weltreligionen" versteht man den von manchen ökumenischen Institutionen angeregten und geförderten Dialog zwischen den Weltreligionen. In der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) sind weitergehende und hilfreiche Texte veröffentlicht worden.

Auf den weiteren Seiten zur Ökumene finden Sie Informationen und aktuelle Hinweise zu Veranstaltungen.


Was ist das Besondere des christlichen Glaubens?

Immer wieder wird im Dialog der Religionen nach dem Besonderen der jeweiligen Religion gefragt. Was ist das Kennzeichnende des Christentums? Worin unterscheidet sich christlicher Glaube von anderen Religionen?

Eine vorläufige Antwort gibt H.G. Pöhlmann in: Religionsdifferenzen und Religionsdialoge, EZW-Texte 210, Festschrift - 50 Jahre EZW, hg. von R. Hempelmann, 2010, S. 122-131

Aus diesem Text stammt das folgende Zitat (dort S.130)

"Was ist das Spezifikum und Proprium des christlichen Glaubens, das ihn von allen anderen Religionen unterscheidet? Worin besteht das unterscheidend Christliche? Es besteht nicht im Glauben an Gott, nicht im Glauben an den einen Gott, nicht im Glauben an den liebenden Gott und, wie es scheint, nicht an einen menschgewordenen Gott, den auch der Hinduismus kennt, wenn auch nicht in der exklusiven christlichen Form. Es besteht im Grunde auch nicht im Glauben an den dreieinigen Gott, für den wir in anderen Religionen Analogien finden, sondern es besteht im Glauben an den gekreuzigten Gott - den gekreuzigten Gott, der am Kreuz in seinem Sohn stellvertretend für uns das Gericht auf sich genommen hat, das wir verdient haen, sodass wir freigesprochen werden. Für viele sind auch die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus und der dreieinige Gott Proprium christlichen Glaubens im interreligiösen Dialog. Doch das entscheidende christliche Proprium in ihm ist der gekreuzige Gott. Nicht dass uns Gott liebt, trennt uns von anderen Religionen, sondern dass uns Gott so sehr liebt, dass er für uns ans Kreuz ging."


Zum Verständnis der Religionen und der Toleranz

1.  Auch das Christentum ist eine "Religion" und hat vollen Anteil an dem, was wir Religion nennen.

2.  Religionen gehören zu den guten Ordnungen der Weltordnung Gottes, die das Zusammenleben der Menschen fördern, ja eigentlich erträglich machen.

3.  Diese Feststellung bedeutet jedoch keineswegs eine Heiligsprechung der Religionen insgesamt; auch vor den Religionen macht die Sünde der Menschen nicht Halt.

4. Das Aufrichten und Festhalten falscher und feindlicher Bilder von Andersgläubigen schadet dem Zeugniss am Nächsten. Verstehen und Bezeugen bedingen sich gegenseitig.

5. Bei aller Dialogbereitschaft wird es weiterhin tatsächlich bei einer rechtmäßigen Konkurrenz der verschiedenen Religionen bleiben.

6. Dialog und Zeugnis dürfen sich nicht gegenseitig ausschließen. Jeder Dialog kann nur von einem festen Standpunkt aus geführt werden. Darum darf die Bekehrung als zustimmende Antwort des Partners nicht von vornherein ausgeschlossen werden.

7. Für das Christentum gilt nach wie vor: Gott definiert sich im Sohn als vorbehaltlose Hingabe. Er hört nicht auf Vater zu sein. Deshalb schuldet die Christenheit allen Religionen nichts weniger als das ganze und einzige Evangelium von Gott mit uns undeiner auf alle zielenden gemeinschaftliche Liebe.


Zum Dialog mit dem Islam hat die SELK im Jahre 2002 eine Broschüre herausgegeben, die hier einzusehen ist.

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